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Zum Neuen Jahr 2026

Brigitte Bornemann · 01. Januar 2026
2026 wird der Kursaal Bad Cannstatt unserem Bundestreffen wieder eine würdige Kulisse  bieten. Hier beim Bundestreffen 2024.
2026 wird der Kursaal Bad Cannstatt unserem Bundestreffen wieder eine würdige Kulisse bieten. Hier beim Bundestreffen 2024.

Liebe Mitglieder und Freunde des Bessarabiendeutschen Vereins, liebe Landsleute,

auch dieser Jahreswechsel trifft auf eine besorgniserregende politische Großwetterlage. Die aktuellen Friedensbemühungen um die Ukraine sind alles andere als überzeugend. Wir Bessarabiendeutschen sind direkt betroffen, denn es geht um die Zukunft unserer Freunde in unseren Heimatdörfern im Budschak, mit denen wir in den letzten Jahren so hoffnungsvolle Kooperationen aufgebaut haben. Wir können nichts tun, als ihnen so gut es geht, gemeinsam mit ERMSTAL HILFT, zur Seite zu stehen.

Innenpolitisch gelangt unsere Sache langsam in ein ruhigeres Fahrwasser. Die neue Bundesregierung ist den Vertriebenenverbänden wohlgesonnen und will auch wieder die Mittel bereitstellen, um unsere kulturelle Arbeit zu unterstützen. Das greift aber erst im nächsten Jahr, so dass wir aktuell gerade bangen, ob unser lange geplantes Forschungsvorhaben zur Gründungsgeschichte unseres Vereins in diesem Jahr endlich starten kann. Das eingearbeitete Personal steht bereit. Was uns zuversichtlich macht, ist eine gute fachliche Bewertung unserer Projektpläne. Wenn es Geld gibt, werden wir etwas abbekommen, darauf können wir hoffen. Schon im letzten Quartal 2025 bekamen wir überraschend noch Mittel aus einem Sonderfonds, so dass wir die archivische Erschließung unserer Vereinsakten der Nachkriegszeit, die wir aus Landesmitteln im Frühjahr begonnen haben (siehe MB 08-2025), weiterführen konnten.

Unser Verein ist gut aufgestellt, um im Wettbewerb um Fördermittel vornean mitzumischen. Das verdanken wir unserer stabilen, spendenfreudigen Mitgliedschaft und den engagierten Ehrenamtlern, die eine starke Eigenwirksamkeit entfalten und dabei auch Krisenzeiten durchstehen. Das Museum, die Archive, die Kulturveranstaltungen, der Jugendaustausch, die Bessarabien-Kooperation eröffnen reiche Betätigungsfelder. Letztlich verdankt sich unser Erfolg der Weitsicht unseres Ehrenvorsitzenden Ingo R. Isert, dem vor jetzt 20 Jahren, zum 1. Januar 2006, die Zusammenführung der verschiedenen bessarabiendeutschen Organisationen zum Bessarabiendeutschen Verein gelang (siehe Interview auf Seite 4). Mit der bundesweiten Bündelung aller Kräfte hat unsere kleine Landsmannschaft die Schlagzahl gewonnen, die es braucht, um eine lebendige Gemeinschaft aufrecht zu erhalten.

Als nächstes großes Ereignis planen wir unser 47. Bundestreffen am 07.06.2026 im Kursaal Bad Cannstatt. Unter dem Motto „80 Jahre Erinnern – Erleben – Gestalten“ beleuchten wir Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Bessarabiendeutschen Vereins. Es soll vor allem unterhaltsam werden, wie das Wörtchen „Erleben“ andeutet, aber auch tiefgründig und vorausschauend. Als Festredner erwarten wir den Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius. Auch eine „Zukunftswerkstatt“ steht im Programm, und aus unseren Heimatdörfern in Bessarabien und der Dobrudscha wird wieder eine kleine Delegation dabei sein.

„Siehe, ich mache alles neu“, lautet die Jahreslosung für 2026. Für uns Bessarabien- und Dobrudschadeutsche hört sich das gut an. Wir beten aber darum, dass auch für die Ukraine sich neue Impulse zeigen, die aus der festgefahrenen Situation herausführen.

Im Namen des Vorstands wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Neues Jahr 2026.
Ihre
Brigitte Bornemann
Bundesvorsitzende