Vorschau auf das 47. Bundestreffen des Bessarabiendeutschen Vereins
Foto: Matthias Busch
am 7. Juni 2026 im Kursaal Bad Cannstatt in Stuttgart
„80 Jahre – erinnern, erleben, gestalten“
Als dieses Motto unseres 47. Bundestreffens gefunden war, beruhigte sich schlagartig die erhitzte Diskussion in der Vorbereitungsgruppe. Ja, das ist es. „Erleben“, dieses Wort ist das Bindeglied, das zwischen Vergangenheit und Zukunft vermittelt. Die lebendige, gut gelebte Gegenwart als Garant für eine gute Zukunft – für diese alte Lebensweisheit sahen wir auf Anhieb viele Anknüpfungspunkte in unserem Bessarabiendeutschen Verein. Im Kern verweist das Wort auf unsere lebendige Gemeinschaft, das Engagement unserer Mitglieder für die gemeinsame Sache, die unseren Verein jung erhält.
Zukunft gestalten
Die Ausrichtung auf die Zukunft unseres Bessarabiendeutschen Vereins ist das Hauptanliegen unseres 47. Bundestreffens. Welche Kräfte bestimmen uns, im Inneren wie im Außen? Was ist der Zug der Zeit? Wir haben die profiliertesten Experten eingeladen, uns Antworten auf diese Fragen zu geben.
Für die Festrede erwarten wir Dr. Bernd Fabritius, den neuen Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, der zuvor als langjähriger Präsident des Bundes der Vertriebenen die Vertriebenenpolitik in Deutschland maßgeblich mit geprägt hat. Im Nachmittagsprogramm gibt es eine Gesprächsveranstaltung „Zukunftswerkstatt“ mit einer Podiumsdiskussion, die mit den Kulturreferenten der Vertriebenenverbände besetzt sein wird. Eine der Perspektiven wird sicherlich die Kulturförderung in Bessarabien und der Dobrudscha sein, deren Akteure wir ebenfalls einladen.
Inspiration aus den Anfängen
80 Jahre Bessarabiendeutscher Verein – dieses Jubiläum geht zurück auf unseren ältesten Gründungsverein, das Hilfskomitee der Evangelisch-Lutherischen Kirche aus Bessarabien, das seit dem 17. Juni 1946 bestand. Als bundesweiter selbstständiger Verein folgte es auf das im Rahmen der Württembergischen Landeskirche seit dem 2. Juli 1945 betriebene „Hilfswerk für evangelische Umsiedler“ des Karl Rüb, die älteste Vertriebenenorganisation im Nachkriegsdeutschland. Arbeit und Wohnung zu beschaffen, die von der Flucht zerstreuten Familien wieder zusammenzuführen – diese diakonischen Aufgaben prägten die ersten Nachkriegsjahre. Später erst gründeten sich die Landsmannschaft als politische Vertretung und das Heimatmuseum zur Bewahrung des kulturellen Erbes. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde die Kontaktpflege mit unseren Heimatgemeinden in Bessarabien und der Dobrudscha möglich und wurde ein wichtiger Schwerpunkt. Heute steht durch den Ukraine-Krieg die humanitäre Hilfe im Vordergrund, doch auch die kulturelle Zusammenarbeit und der Schüleraustausch werden in zeitgemäßer Form weitergeführt.
Einige Eckpunkte unserer Vereinsgeschichte können wir im mehrzügigen Nachmittagsprogramm des Bundestreffens vorstellen, u.a. wird Erika Wiener über das Alexanderstift sprechen, das bessarabiendeutsche Altenheim in Neufürstenhütte. Für den großen Zusammenhang ist Platz in der Festschrift, die zurzeit unter der Regie von Hans Rudolf Wahl und Olaf Schulze entsteht.
Gemeinschaft erleben
Der lebendige Austausch soll beim Bundestreffen nicht zu kurz kommen. Es gibt viel Zeit für Gespräche in den Pausen und an den Infoständen im Foyer und im Wandelgang. Wir planen, die Ausstellung zur Kunsttherapie mit geflüchteten ukrainischen Kindern noch einmal zu zeigen, mit Gelegenheit zum Gespräch mit der Initiatorin Liudmyla Luzanova. Nicht zuletzt erwarten Sie einige Überraschungen. Kommen Sie zahlreich!
Gäste aus Bessarabien
Auch zu diesem 47. Bundestreffen besteht die Möglichkeit, Gäste aus Bessarabien einzuladen. Viktor Fritz wird die Reise der Gäste organisieren und sich auch um die Unterkunft kümmern, falls Sie nicht die Möglichkeit haben, die Gäste persönlich unterzubringen. Die Reisekosten übernehmen Sie.
Die Gäste werden 6 Tage in Deutschland bleiben. Der Ankunftstag ist Mittwoch 3. Juni 2026, der Rückreisetag ist Montag 8. Juni 2026.
Bitte nehmen Sie mit unserer Geschäftsstelle Kontakt auf, wenn Sie Gäste einladen wollen.
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