Landmenge (Hektar) – bei Gründung/bei Umsiedlung
Anfang: 4800 Hektar (Kern, A. (1976), S.13)
Vor Umsiedlung 1940: 7275 Hektar (Kern, A. (1976), S.393ff.)
Bedeutung des Namens
Mit nur 8 Familien beginnt 1834 die „Kolonie Nr. 3“ oder die „Steppe Nr. 3“ (vgl. Sarata, Gnadental). Erst ab 1840 kommt der Ortsname Lichtental auf: „Die Veranlassung zu dieser Benennung war diese, daß die Kolonie für dieses kleine Thal in jeder Beziehung eine Zierde werden möchte“ (SchB S. 131). Das edle Motiv wirkte, die „Comität“ bestätigte den Namen. Bei I. Wagner (aaO, S. 32) ist für einen unbestimmten Zeitpunkt auch der Ortsname „Lobenthal“ vermerkt. Bei L. Layher (Von den Örtlichkeitsnamen des Ortes und der Markung Lichtental, Heimat, Oktober 1959, S. 33 ff.) wird ein anfänglich ebenfalls erwogener Name „Alexanderhilf“ erwähnt. An gleicher Stelle (S. 33 f.) wird auch von der Russifizierung des Namens berichtet: es blieb ein Versuch, aus Lichtental „Swetlopole“ (= Lichtenfeld) zu machen; der Gegenvorschlag der deutschen Bauern war: „Sarepta“, wobei man an 1. Könige 17 dachte. Es blieb dann doch bei Lichtental. Bei den umwohnenden Russen hat sich aber bis 1940 hartnäckig „Tretji step“ (= Drittes Feld, Dritte Steppe) als Bezeichnung für Lichtental gehalten.
Quelle: Jahrbuch für Ostdeutsche Volkskunde
Lokalisierung
Lichtental liegt im Tal des Steppenflüsschens Tschelegider und ist im Osten und Westen von Hügelketten umgeben. Die Kolonie wurde entsprechend dem Lauf des Tschelegider in Nord-Süd-Richtung schachbrettartig angelegt. Sie erreichte schon im Jahre 1847 ihre Sollstärke von 80 Ansiedlerhöfen.
Quelle: Lichtental/Bessarabien - Bilder einer schwäbischen Gemeinde Seite 19
Gründerfamilien
Die ersten Siedler kamen aus verschiedenen Gebieten des deutschen Kaiserreichs, besonders aus den Gebieten des westlichen Deutschlands. Weitere Details zu den einzelnen Familien und deren Abstammung sind in den Ortschroniken nachzulesen. (Kern, A. (1976), S.399ff.)
Einwohner
1930: 1.800 Deutsche / 76 Andere
1940: 1.900 Deutsche / 94 Andere
Anzahl der Familien Umsiedlung
80 Familien bei der Gründung, bis 1940 war die Anzahl der Familien auf 330 gestiegen. (Kern, A. (1976), S.393ff.)
Karte
Besonderheiten der Kolonie
Lichtental war eine Kolonie, die in einer länglichen Vierecksform angelegt wurde, mit vier, später fünf Straßen. Ab 1897 wurde ein gemeinschaftlicher Besitz verwaltet, was zu einer stabilen Gemeindeorganisation führte. Dies wirkte sich positiv auf den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt aus. Lichtental war bekannt für seine landwirtschaftliche Tätigkeit, insbesondere durch den Anbau von Getreide, Weinbau und Viehzucht. (Kern, A. (1976), S.399ff.; Roth, K. (1984), S.45ff)
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Glockengeläut der Kirche Lichtental
DownloadDominante Sprache und Mundart
Der Hauptdialekt war der süddeutsche Dialekt, insbesondere Schwäbisch. In der Kolonie wurde hochdeutsch und der schwäbische Dialekt gesprochen. (Roth, K. (1984), S.45ff.)
Glaubensrichtung
Die Glaubensrichtung war evangelisch-lutherisch. Es gab anfangs keine feste Kirche, die Gottesdienste fanden in Privathäusern statt. Später wurde eine Kirche gebaut, die 1903 eingeweiht wurde. (Kern, A. (1976), S.399ff.; Roth, K. (1984), S.45ff)
Hauptbeschäftigung
Die Hauptbeschäftigung der Kolonisten war die Landwirtschaft, insbesondere Getreideanbau (Weizen und Mais) und Viehzucht. Im späten 19. Jahrhundert wurden auch Molkereien gegründet, was den wirtschaftlichen Erfolg der Kolonie förderte. Auch der Weinbau spielte eine Rolle und war ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.(Roth, K. (1984), S.45ff.)
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Literatur/Referenzen
Kern, A. (1976): Heimatbuch der Bessarabiendeutschen
Roth, K. (1984): Lichtental/ Bessarabien. Bilder einer schwäbischen Gemeinde. (Hrsg.) Erschienen im Eigenverlag. Kirchberg an der Murr.
Weitere Literatur
Roth, K. (1969): Lichtental. Bessarabien. Geschichte einer schwäbischen Gemeinde. (Hrsg.) Erschienen im Eigenverlag. Kirchberg an der Murr.