Heimatgemeinde
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Gutheim

Petropavlivka

Heute Ukraine

Gründungsjahr

1923

Kreis

Akkerman
Gutheim
Gutheim

Bedeutung des Namens

Gutheim, russ. Petropawlowka, bzw. Annowka-Manscha. 1923 ge­gründet, in Annowka eingemeindet.

(Quelle: Jahrbuch für Ostdeutsche Volkskunde Band 10 1966/1967)

Lokalisierung

Odes´ka

Karte

Historie

Obwohl der Weiler keine Kirche, Bethaus oder Schule hatte und in Annowka eingemeindet war, bildete er doch eine Dorfgemeinschaft und hätte, wenn nicht die Umsiedlung gekommen wäre, auch bald ein Gemeindezentrum erstellt, wie auch der Weiler Eckert-Sarazika. Etwa um 1908 kaufte Jakob Renz aus Demir-Chadschi, 500 Hektar Land beim "Ausverkauf" des 20 000 Hektar großen Landgutes der Gräfin Anna Gagarina Sturdza. Von J. Renz ging das Landstück an Großhans in Friedenstal über. Nach dem Ersten Weltkrieg wechselte das Land und kam an Besitzer, von denen einer expropriirt wurde: er verlor 100 Hektar. So ging der Besitzwechsel bis 1923. Dieses Jahr kann darum als Gründungsjahr angesehen werden. Nach zehn Jahren kamen die letzten Siedler und füllten die Zahl elf der Familien des Weilers. Man einigte sich auf den Namen "Gutheim".

Es war auch gut zu wohnen, denn jeder Hof, umgeben von dem dazugehörenden Land, war ein Reich für sich. Dadurch lag der Weiler  einen Kilometer lang auseinandergezogen wie ein Kolonistendorf da. Auch die Lage an der Verkehrsstraße diente der "Fern"- und nicht der "Nahsicht" des Dorfklatsches wie in manchen alten Gemeinden, wo die Gehwege über die Straße im Volksmunde "Klatschwege" genannt wurden. Die Gutheimer beschäftigten sich lieber mit ihrem schönen Hof, Obstgarten und ihrer Hantierung.

Die Gottesdienste wurden anfangs von einem Bauern in Privathäusern abgehalten. Es bestand also biblisch gesehen eine Gemeinde von Anfang an. Bald wurde der Weiler kirchlich an Annowka angeschlossen und zum Kirschpiel Klöstitz, und ab 1927 zu Eigenfeld geschlagen. Dorthin führte auch der Schulweg der Kinder. Für sie war das in "Gutheim" nicht "gut". Daher wurden sie des öfteren per Fuhre hingebracht, namentlich bei schlechtem Wetter.

Auch die wirtschaftlichen Dinge: Milchablieferung und Einkauf führten nach Annowka, bis 1940 bei der Umsiedlung der Weg für beide Gemeinden im Umsiedlungslager zusammenfloß, um nach 1945 endgültig in alle Richtungen auseinanderzugehen. - Der Sinn des Heimatbuches aber ist, die Bande zu zeigen und in der Erinnerung festzuhalten, die uns einst aufs engste miteinander verbunden haben.

(Quelle: Heimatbuch der Bessarabiendeutschen, Albert Kern, Seite 224/225)