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Fundu-Sarazika

Fundu-Saratica von 1940 bis 1995
Tomaiul Nou seit 1995

Heute Moldawien

Gründungsjahr

1892

Kreis

Kahul
Fundu-Sarazika
Fundu-Sarazika

Bedeutung des Namens

Als Pachtgemeinde im Tal der „kleinen Sarata“ (rum. Sara^ica), „ganz im Fond“ (rum. In fundu) am Talende gegründet. Offenbar rumänischer Flurname. Durch die Agrarreform wird die entstehende Hektar­gemeinde stark überfremdet, der rumänisch Ortsname weicht daher keinem deutschen.

(Quelle: Jahrbuch für Ostdeutsche Volkskunde Band 10 1966/1967)

Einwohner

Volkszählung 1930: 147 Deutsche / 253 Andere
Einwohner 1940: 140 Deutsche / 270 Andere

Karte

Glaubensrichtung

evangelisch-lutherisch

Historie

Als eine der ältesten Gemeinden gehörte Fundu-Sarazika zu den Gründergemeinden des Kirchspiels Neu-Sarata. Jedenfalls war die 1891/1892 gegründete Pachtgemeinde, wie die meisten Pachtgemeinden, bis zur Agrarreform 1920 wirtschaftlich nicht schlecht gestellt. Geld in der Tasche zu haben und kein Risiko von Schuld beim Landkauf auf sich zu nehmen, das war verlockend. Im übrigen beruhte ja auch die Einsatzfähigkeit im Handel bei den griechischen und jüdischen Kaufleuten im deutschen Siedlungsgebiet auf dem Bargeld. Doch lag in solcher Mentalität schon die Gefahr eines Abgleitens, mindestens aber eines Stillstandes kolonistischen Pioniergeistes. 

Die Gründer stammten aus Brienne, Kulm, Borodino, Tarutino und Paris. Es waren demnach Leute, die sich aus der Enge der Muttergemeinde heraus nach einer eigenen Wirtschaft mit mehr Land sehnten. Wie anderwärts, ist diese Sehnsucht, verbunden mit doppeltem Fleiß, auch belohnt worden. Es entstand eine kleine Pachtgemeinde, die aus eigener Kraft schon bald ein Gemeindezentrum erstellen konnte, bestehend aus einem Bet- und Schulhaus mit Küsterwohnung und ein Wirtschaftsgebäuden nach dem Muster aller geordneten Pachtgemeinden. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse konnten nur mit Pferdefuhrwerken auf der Bahnstation Jargara (18 Kilomenter), oder in der entfernten Kreisstadt Kahul (60 Kilometer) abgesetzt werden; sonst am Ort über den betrügerischen Zwischenhandel durch Fremdvölkische.

Kirchlich gehörte Fundu-Sarazika bis 1905 zum Kirchspiel Kischinew und seither zu Neu-Sarata. Die Gemeindeglieder waren bis auf einige sektiererisch bestimmte Bewohner evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Zur Zeit der Umsiedlung betrug die Seelenzahl 132 und die der Schulkinder 20. 

Nach der Agrarreform veränderte sich das Bild der Gemeinde nach dem Muster der Hektargemeinden. Die Armut nahm zu und ebenso der Zuzug Fremdstämmiger, die die Deutschen bald um das Doppelte übertrafen. Die Umsiedlung bereitete dieser Entwicklung ein Ende. Der Tausch mit Danzig-Westpreußen brachte eine neue Aufstiegsmöglichkeit, aber er war nur auf vier Jahre bemessen. Doch Gott gab wieder Brot und jedem Tüchtigen ein Vorwärtskommen.

Nach der Kartei festgestellte Verluste unter den Zivilpersonen (Stand vom 31. Dezember 1964) 

Verschleppte 7, Auf der Flucht und in der Verschleppung Verstorbene 1

(Quelle: Heimatbuch der Bessarabiendeutschen, Albert Kern, Seite 344)